Die Antwort ist in DIR

Die Antwort ist in dir – und nirgends anders

Ertappt ihr euch auch manchmal dabei, dass ihr die Antwort selbst schon in eurem Inneren kennt und trotzdem euer Umfeld die entsprechende Frage dazu stellt? Warum machen wir das? Um vermeintliche Sicherheit zu bekommen? Um uns selbst eine Bestätigung einzuholen? Oder doch in erster Linie aus Angst, weil wir uns selbst nicht genug vertrauen?
Manchmal stimmt die Antwort unseres Umfeldes vielleicht mit unserer, schon längst wahrgenommenen und gehörten in unserem Innersten überein, doch manchmal vielleicht auch nicht.
Trifft Letzteres zu neigen wir nur allzu leicht dazu, uns von unserm Vorhaben, unserem Plan, kurz unserer Entscheidung abbringen zu lassen oder wir geben den von uns gehegten Traum auf.

Doch wer außer dir allein weiß, was wirklich das Richtige oder dein nächster Schritt ist. Wer außer dir allein, kennt deine wahren Bedürfnisse, deine Sehnsüchte und Träume? Wer außer dir allein weiß, was wirklich das Richtige für dich oder dein nächster Schritt ist? Nur du weißt, was dir gut tut! Nur du weißt, zu was du alles fähig bist, wenn du dein gesamtes Potenzial lebst. Vertraue darauf, dass das, was du in deinem Inneren hörst, die Antwort ist, nach der du suchst. Vertraue dir, denn du bist der Schöpfer deines Lebens!❤

Aus Fährten und Wellen:

„Viele, viele Jahre habe ich mich gefragt wonach ich suche oder wovor ich versuche wegzulaufen. Heute bin ich mir sicher, dass es beides war. Die Suche und das Weglaufen, wobei sie meines Erachtens nicht trennbar sind.
Ich lief vor meinem Leben weg und suchte ein neues.
Ich lief vor der Angst weg und suchte den Frieden.
Ich lief vor mir selbst weg und suchte mich gleichzeitig.

Als ich mit 9 Jahren auf die weiterführende Schule kam, musste ich mit dem Schulbus von unserem Dorf in die Stadt fahren. Noch heute sehe ich mich dort auf der Wartebank an einem Bahnsteig sitzen. Stundenlang schaute ich den abfahrenden Zügen hinterher. Was hätte ich dafür gegeben, einfach einzusteigen und mitzufahren. Damals fing ich damit an die Schule zu schwenzen.

Anstatt zur Schule zu gehen ging ich zum Bahnhof und setzte mich dort auf eine Wartebank. Ich fühlte mich sicher an diesem Platz. Damals waren die Wartebänke noch andere. Auf diesem großen Bahnhof hatten sie ganz hohe Rückenlehnen, die über die Köpfe der Erwachsenen noch ein Stück hinaus ragten. Sie waren aus Holz und damals schon uralt. Zumindest glaubte ich das. Ich fragte mich oft, wer wohl schon alles auf dieser Bank gesessen hat. Was seine Geschichte war. Was könnten die Bänke alles erzählen, wenn sie sprechen könnten!
Ich saß immer am rechten Rand einer Bank. Ich fühlte mich von ihr durch ihre große Rückenlehne beschützt und gehalten. Für die Menschen auf dem Bahnhof muss ich unsichtbar gewesen sein. Es hat mich nie jemand wahrgenommen oder angesprochen. An manchen Tagen saß ich die gesamte Schulzeit an derselben Stelle auf der Bank und beobachtete die ein- und ausfahrenden Züge und die ein- und aussteigenden Reisenden. Ich habe mich innerlich mit ihnen gefreut, wenn sie sich bei ihrem Wiedersehen in die Arme fielen oder ihren Schmerz gefühlt, wenn sie sich mit Tränen in den Augen verabschieden mussten. Ich selbst war einsam und allein.

Ich merke, wie zu viele Erinnerungen auf einmal in meine Gedanken strömen.

Ich erinnere mich zum Beispiel daran, wie meine Familie mich einmal vergessen hatte vom Bahnhof abzuholen, als ich von der Klassenfahrt zurückkam. Den Eltern, die freudestrahlend ihre Kinder abholten, sagte ich, dass meine Eltern sich nur verspäten, sie würden sicherlich jeden Moment kommen. Und gleichzeitig wusste ich, dass sie nicht kommen würden. Sie hatten mich vergessen. Es gab damals noch keine Handys und ich hatte kein Geld dabei. Als dann auch die letzte Mutter mit meiner damaligen Klassenkameradin widerwillig losgefahren war, weil sie mich nicht allein lassen wollte, war ich tatsächlich allein. Allein auf meinem Bahnhof, der mir sonst immer so viel Sicherheit gab. Wenn ich nicht so unsicher und schüchtern gewesen wäre, wäre es mir bestimmt leichter gefallen, doch so war es für mich mit das Schlimmste auf der Welt fremde Menschen nach Geld für den Bus zu fragen, damit ich nach Hause kommen konnte. Es war für mich mit das Schlimmste auf der Welt mit Fremden zu reden. Selbst mit Verwandten viel es mir schon schwer.
Ich wartete noch weiter, doch es kam keiner. Schließlich ging ich hinüber zum Busbahnhof und fragte mit aller Selbstsicherheit die ich aufbringen konnte und mit Tränen in den Augen nach Busgeld. Tatsächlich lachte das ältere Ehepaar mich an oder darüber, dass ich sagte, dass meine Eltern wohl vergessen hatten mich abzuholen und gaben mir das Busgeld.

Wahrscheinlich ist es für manchen Menschen kaum nachzuvollziehen, wie schwer es für dieses kleine, absolut unsichere Mädchen war, fremde Menschen anzusprechen und nach Busgeld zu fragen. Ich kann noch heute die Unsicherheit und Angst in mir spüren, wenn ich daran zurückdenke. Aber größer als die Angst und die Unsicherheit war der Schmerz. Der Schmerz wieder einmal vergessen und nicht gesehen worden zu sein. Ich wusste, dass der Zettel mit der Ankunftszeit zu Hause auf dem Sideboard im Wohnzimmer lag. Meine Mutter hatte es vergessen. Sie hatte mich vergessen. Etwas in ihren Gedanken hatte sie von mir abgelenkt.

Es dauerte eine sehr lange Zeit, bis ich für mich eine einigermaßen befriedigende Antwort auf mein Gefühl, was mich innerlich aufwühlte gefunden hatte. Immer wenn ich diese Stunden am Bahnhof verbrachte, fragte ich mich, was ich hier mache. Warum bist du hier? Wonach suchst du? Was willst du? Was ist das für ein Gefühl im Inneren? Wo soll das Ganze hinführen? Manchmal überschlugen sich die Fragen in meinem Kopf und je mehr sie sich überschlugen, desto weniger wusste ich eine Antwort darauf. Und dann wusste ich noch nicht einmal mehr die Frage.

Ich suchte die Antwort auf die Frage, die ich nicht kannte.

Habe ich sie heute gefunden? Die Frage? Die Antwort? Ich weiß es nicht genau. Vielleicht. Aber heute ist dieses Gefühl nicht mehr da, was diese Suche nach der Antwort auf die Frage, die ich nicht kannte und die mich Jahrzehnte begleitete, in mir aufkommen lies. Obwohl es nicht nur ein Gefühl war, es war eine Mischung aus vielen, die mit der Zeit immer vertrauter wurden und somit zu treuen Begleitern, die nicht mehr von meiner Seite weichen wollten. Begleiter, die einfach da waren und von denen ich anfing mich beeinflussen und leiten zu lassen, ohne dass ich überhaupt merkte, welchen Einfluss sie auf mich hatten.“

Ich wünsche euch einen mutigen Tag voller Herzensentscheidungen! ❤☀🦋

Weitere Anregungen und Inspirationen findet ihr auf www.faehrtenundwellen.com

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